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Cucciolo

 
 

Mitten im 2. Weltkrieg entwickelte der Konstrukteur Aldo Farinelli den Prototyp eines zum Verbau in ein Fahrrad bestimmten Hilfsmotors.

Farinellis Konstruktionsplan wies im Vergleich zu Konkurrenzprodukten erhebliche Vorteile auf.
Diese betrafen insbesondere den Viertakt-Zyklus und das 2-Gang-Getriebe, welches das Leistungsvermögen des Motors voll ausreizte.

Dank des Cucciolo gelang es SIATA, die Produktion bereits im Mai 1945 wieder anlaufen zu lassen.
Dieser Termin fiel mit der Einweihung des neuen Werks in Via Leonardo da Vinci in Turin zusammen, das in Rekordzeit auf dem vom Krieg zertrümmerten alten Areal entstand. Der Cucciolo wurde auf der Messe in Turin vorgestellt.
In der Ausgabe vom 26. Juli 1945 der Zeitschrift „Motociclismo" las man auf dem Titelblatt: „In Turin wurde ein „Cucciolo" geboren" - ein von S.I.A.T.A. hergestellter

Mikromotor.

Nach nur wenigen Monaten, in denen das Modell Typ 1 des Cucciolo im Handel erhältlich war, wurde deutlich, dass S.I.A.T.A. der gewaltigen Nachfrage nicht gewachsen war.
Zu diesem Zeitpunkt erschien Ducati aus Bologna auf der Bildfläche.
Der Ducati-Komplex war 1945 bereits aufgrund seiner fortschrittlichen Produkte in den Bereichen der Funkelektrik und Präzisionsmechanik bekannt und die Firmenleitung beschloss nun, das Tätigkeitsfeld durch die Produktion des Cucciolo zu erweitern.
Dies schloss auch die Übernahme aller Produktionsrechte mit ein.

Im März 1946 verließen die ersten zehn mit der Genehmigung von „S.I.A.T.A." gebauten Cucciolo-Motoren des Typs 1 das Werk, die dann im September 1946 auf der Mustermesse in Mailand vorgestellt wurden.
Noch im selben Jahr setzte Ducati seinen ersten Originalentwurf in die Tat um - den T2. Der stark vom T1 beeinflusste T2 hatte hinsichtlich Effizienz und Robustheit des Motors, aber allem voran in Bezug auf die Konstruktionslogik gewaltige Fortschritte gemacht.
So sah beispielsweise der Entwurf des Zylinders auch die Möglichkeit eines entsprechenden Ausbaus vor.
Darüber hinaus wurde die Zugriffsmöglichkeit zum Antriebsmechanismus verbessert, der Zylinderkopf geändert und die Leistung gesteigert.
Der damals extrem moderne Einzelrohrrahmen gewährleistete äußerst flexible Hinter- und Vorderradfederungen. Der Motor wurde freitragend montiert.
Für den Gepäcktransport war ein robuster und bequemer, gefederter Gepäckträger mit vom Rahmen getrennter Teleskopfederung vorgesehen.

Das Unternehmen brachte auch eine Sportversion des T2 auf den Markt, der 2 PS Leistung abgab und eine Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h erreichte. Von 1947 bis 1948 erstreckte sich die Produktion auf 240 Einheiten pro Tag.
Unter der Leitung von Giovanni Florio ging 1948 der erste komplett von Ducati entworfene Motor in Produktion - der T3.

Das Erbe des ersten Cucciolo berücksichtigend, war der T3 mit einem 3-Gang-Getriebe und einem, in ein Gehäuse eingeschlossenen fettgeschmierten Ventil ausgestattet. 1949 entwickelte der zu Kriegszeiten bekannte Flugzeugbauer Caproni aus Rovereto einen speziellen Rohrrahmen mit Hinterradfederung.

Sommer 1949: der nach wie vor von Caproni produzierte Rahmen wurde nochmals überarbeitet und nahm nun die Gestalt eines echten Motorrads an.
In diesem Fahrzeug aus Borgo Panigale wurde der ebenfalls komplett neu entworfene und ausgereifte Cucciolo T3 verbaut.
Dies war die Geburtsstunde der Ducati 60, die der Kategorie „Leichtmotorräder" zugeordnet wurde.

Nur ein Jahr später wurde die Sportversion der 60 lanciert. Diese verfügte über einen Hubraum von 65 cm³, eine Hinterradschwinge mit „Monocross-System" und zwei Teleskopfederbein-Paare, was der ein klarer Hinweis auf den Eintritt des Unternehmens in die Wettkampfwelt war.
Unbedingt erwähnenswert ist auch der Kraftstoffverbrauch des Cucciolo: fast 100 km mit nur einem Liter!

 

Palmares

15/02/1947  1. Platz Rennstrecke in Viareggio
Mario Recchia
1950 Geschwindigkeitsrekord 50 cm3
Monza
Tamarozzi/Zitell

Technische Daten

  • MOTOR

  • ÜBERSETZUNG

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