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Aldo Farinelli

Aldo Farinelli, der Co-Designer des Cucciolo.

In seiner Jugend war Farinelli auch ein aktiver Motorradpilot.

Aldo Leoni, der zweite Co-Designer des Cucciolo.

Der Cucciolo Siata. Bemerkenswert ist das für die 1945 in Turin produzierten Exemplare besondere horizontale Zylinderkopfverrippung.

Der Cucciolo Siata. Bemerkenswert ist das für die 1945 in Turin produzierten Exemplare besondere horizontale Zylinderkopfverrippung.

Die erste Werbeaufnahme des Cucciolo aus dem Jahr 1945.

Der Cucciolo in der Ducati-Ausführung zeichnet sich durch eine horizontale Zylinderkopfverrippung aus.

Das Miniauto MITZI.

 
 

Dies ist die Geschichte eines Mannes, der die Welt der Motoren auf den Kopf gestellt hat. Es ist die Geschichte von Aldo Farinelli, einem am 23. Mai 1898 in Turin geborenen Technik-Fachjournalisten.

Seine Leidenschaft für Autos und Motorräder entdeckte er in frühester Jugend. Ausschlaggebend hierfür war sein Onkel, ein großer Motoren-Fan, den er häufig besuchte.

Bereits nach kurzer Zeit begann er neben seiner Tätigkeit als Anwalt auch den journalistischen Weg einzuschlagen und mit verschiedenen Automobilzeitschriften wie der „Edisport" in Mailand zusammenzuarbeiten.

Von 1943 bis 1946 hatte er eine Führungsposition bei SIATA in Turin inne, einem auf die sportive Entwicklung von serienmäßig hergestellten Autos spezialisiertem Unternehmen.



Hier hatte er die Möglichkeit, seine Investitionskraft und technischen Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Tatsächlich gelang es ihm in dieser Zeit einen Entwurf für einen Viertakt-Hilfsmotor herzustellen und zu patentieren - den „Cucciolo" der erste Motor Italiens zur Motorisierung von Fahrrädern und der weit verbreitetste Motor der Nachkriegszeit.
Farinelli erkannte die Notwendigkeit eines kleinen, einfachen und zuverlässigen Transportmittels, das den erwartungsgemäß nach Ende der Kriegswirren erwachenden Fortbewegungsdrang erfüllte.
Die Baulizenz wurde an SIATA und später an Ducati in Borgo Panigale vergeben, womit das Unternehmen den ersten Schritt in die Zweiradwelt machte, die ihm viele Erfolge bescheren würde.

Irgendwann zwischen 1948 und 1949 fragte ihn der SIATA-Chef Giorgio Ambrosiani, ob er dazu bereit wäre, ein Miniauto zu kreieren, was er mit Hilfe des Technikers Leoni auch tat. Es entstand der MITZI, ein kleiner, sportiver Zweisitzer mit aufklappbarem Stoffverdeck.

Was eine Front- oder Heckpositionierung des Motors anbetraf, war man sich zunächst nicht ganz sicher und ging deshalb erst einmal strikt dem Entwurf gemäß vor. 1953 wurde diese Version von Leoni überarbeitet.

1959 veröffentlichte er für Edizioni Motor Italia „Die neue Straßenübersicht", einen essentiellen Abriss der neuen Straßenverkehrsordnung, deren Abfassung im Verlauf des Jahres fertig gestellt wurde.

Ab 1960 war er mehrere Jahre lang Vorsitzender der Rechtskommission des Automobilklubs und Mitglied dessen Rechtsrates sowie Referent der jährlichen Konferenz über den Verkehr in Stresa.

Sein Interesse für die Probleme des Straßenverkehrs und seine Leidenschaft für die Welt der Vierräder mündeten schließlich in einer langfristigen

Zusammenarbeit mit der Tageszeitung „La Stampa" aus Turin.

Zur Krönung seiner langen forensischen Karriere, im Rahmen derer er auch einige Berufungserfolge verzeichnete, erhielt er 1968 die Goldmedaille für 50 Jahre im Dienst des Talars.
Der am 13. Oktober 1978 verstorbene Farinelli wurde im Familiengrab in Belgirate am Lago Maggiore beigesetzt.

 

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