1926 - 2016: Eine ganz und gar faszinierende „Neunzigjährige“

 
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2016 wird kein Jahr wie jedes andere sein: Es wird doch tatsächlich das 90. Jubiläum von Ducati gefeiert, das am 4. Juli 1926 gegründet wurde. Damit haben die drei Brüder Adriano, Bruno und Marcello Cavalieri Ducati, unterstützt von ihrem Vater Antonio, einen Traum verwirklicht.

Ganz zu Recht kann man die Geschichte von Ducati als Traum bezeichnen: Das Abenteuer begann in einer dunklen Werkstatt nahe des Zentrums von Bologna in der Via Collegio di Spagna 7, wo die Mitarbeiter aus zwei Arbeitern und einer Sekretärin bestanden. Wahrscheinlich hätte sich keiner der Ducati-Brüder damals vorstellen können, was aus dieser kleinen Werkstatt eines Tages werden sollte.
Das erste Produkt, ein Kondensator namens „Manens“, war nicht größer als eine 1-Euro-Münze, jedoch nach einer neuen Technologie hergestellt, die so erfolgreich war, dass die Produktion innerhalb von ein paar Jahren in die Nähe der Villa der Familie Ducati umziehen musste.
Dank der dort geleisteten Entwicklungsarbeit konnte Ducati große Anerkennung und Wachstum verzeichnen, sodass man schließlich am 1. Juni 1935 den Grundstein für das Werk in Borgo Panigale gelegt hat – ein bedeutsamer Tag. Die Liebe zum Detail, der stetige Schwerpunkt auf Qualität, die Präzision und die allgemeine Zuverlässigkeit der Produkte, wie beispielsweise Rechenmaschinen, Radios, Fotoapparate und Kameras, machten aus Ducati eines der technologisch fortschrittlichsten Unternehmen Italiens in den 30er Jahren. Aus den beiden Angestellten in der kleinen Werkstatt wurden bis 1936 ca. 1.200, und das Unternehmen wuchs unaufhaltsam weiter.
Leider wurde Italien kurz darauf mit in die Abgründe des 2. Weltkriegs gezogen: Konflikt, Waffenstillstand und Widerstandskämpfe überrollten Ducati, genau wie viele andere Unternehmen, bis das Werk im Oktober 1944 schließlich zerstört wurde.
Nach der Zerstörung konnte sich Ducati jedoch schnell wieder erholen und 1946 wurde das erste Kapitel der Geschichte der Zweiräder im Haus in Borgo Panigale geschrieben: Alles begann mit der Entwicklung des Cucciolo, eines kleinen 4-Takt-Hilfsmotors, der im gesamten Land Berühmtheit erlangte und der die Entstehung einer neuen Geschichte darstellten sollte.
Wenige Jahre nach der Erfindung des Cucciolo und dem Ende der Leitung durch die Brüder Ducati (1948) wurde es notwendig, den Geschäftsbereich der Motorräder aus dem Haus in Bologna zu stärken: 1954 wurde das Unternehmen deshalb in zwei Bereiche unterteilt, „Ducati Elettrotecnica“ und „Ducati Meccanica“. Zu diesem Zeitpunkt wurde Fabio Taglioni angestellt, der eigentliche „Vater“ der modernen Ducati.
In dreißig Jahren Zusammenarbeit mit dem Unternehmen produzierte der herausragende Ingenieur aus Lugo di Romagna fast tausend Entwürfe. Er erschuf das erste echte Rennmotorrad (1954) und verwirklichte, was zu den markantesten Symbolen der Marke werden sollte: das desmodromische System (1956), den Zweizylindermotor (1971) und den Gitterrohrrahmen (1979).
Die beeindruckende Aneinanderreihung von Projekten, alle der absoluten Spitzenklasse zuzuordnen, wurde gekrönt durch eine beeindruckende Folge von Siegen in den unterschiedlichsten Wettbewerben, wie dem Motogiro d’Italia (1954 – 1957), dem Grand Prix der Klassen 125 und 250 (1956 – 1961), den 200 Meilen von Imola (1972), gewonnen von Paul Smart, und dem Triumph bei der Tourist Trophy von Mike Hailwood (1978). Beenden konnte Taglioni seine Karriere schließlich mit dem Sieg von Marco Lucchinelli beim Battle of the Twin von Daytona (1986).
Die Einführung der Cagiva im Jahr 1985 brachte einen frischen Wind mit zahlreichen Neuheiten in das Haus Ducati, sowohl auf Produktebene als auch mit repräsentativen Persönlichkeiten; nachdem sich Taglioni zurückgezogen hatte, wurden Massimo Bordi und Gian Luigi Mengoli an die Spitze des Projektbereichs geholt. Zusammen entwickelten sie eine Innovation, die ein weiteres maßgebliches Kapitel in der Geschichte der Zweizylinder aus Bologna eröffnete: den wassergekühlten 4-Ventil-Zylinder. Mit dem neuen Antrieb konnte Ducati in eine noch anspruchsvollere Wettbewerbsebene gelangen, die ausgesprochen prestigeträchtig ist: die Superbike-Weltmeisterschaft. Gekrönt wurde diese Entscheidung, als Marco Lucchinelli 1988 den ersten historischen Sieg auf der 851 errang, mit der Raymond Roche 1990 den ersten Fahrertitel gewinnen sollte.
Aber das sollte noch nicht alles sein. Zusammen mit Bordi und Mengoli kam auch die neue Generation der Konstrukteure, verkörpert durch Claudio Domenicali und Filippo Preziosi – gerade zu dem Zeitpunkt, als Ducati in sein goldenes Design-Zeitalter eintrat, nämlich mit den „neoklassischen“ Ikonen wie der Monster und der 916, der Meisterleistung von Massimo Tamburini. Im Superbike manifestierte Ducati seine Führungsrolle mit Carl Fogarty, Gewinner von vier Weltmeisterschaftstiteln und anschließend mit Troy Bayliss, designiertem Liebling der begeisterten Ducatisti und dreimaligem Weltmeister mit der „Roten“ aus Borgo Panigale.
Nach der Cagiva übernahmen TPG und Investindustrial die Marke aus Bologna und brachten sie an die Weltspitze im Hinblick auf Popularität, hochwertige Produkte und Einzigartigkeit der Marke. 2003 schließlich begann für Ducati die Geschichte der MotoGP, mit seinem Helden Loris Capirossi und danach Casey Stoner, die in einem Zeitraum von vier Jahren das Ganze noch weiter steigern konnten: mit dem Sieg des Weltmeistertitels von Stoner.
Es folgten Jahre, die für große Innovationen standen, von der Übernahme durch Audi, der Entwicklung neuer Modelle, darunter die 1199 Panigale, bis hin zum stetigen Wachstum der Marke Ducati in der ganzen Welt. Blicken wir zurück und denken an den kleinen Kondensator, der von zwei Arbeitern 1926 hergestellt wurde, können wir nur staunen. Dies ist die gleichermaßen fesselnde und faszinierende Geschichte eines gewissermaßen versehentlich entstandenen Unternehmens, das mit Leidenschaft und Liebe zum Erfolg geführt wurde.
  

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